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Es lebe der Harzwald

Stirbt der Wald?

Mitnichten, es weichen nur die Fichten!

Die Presse schreibt:

"Es stirbt der Wald.

Der Harz ist kahl

und das schon bald."

Es klagen selbst Minister

und Förster-Präsidenten.

Die sollten's besser wissen,

warum die Zeitungsenten?

"Profit" ist hier das Zauberwort

und bläst mit Kyrill-gleichem Atem

Vernunft und Öko-Denken fort.

Nachhaltigkeit und FFH muss warten.

Doch was geschieht im Harz derzeit?

Es macht sich da ein Käfer breit.

Buchdrucker heißt der fleißige Gesell.

Er frisst die Fichten und das schnell.

Unter des Baumes Rinde

lebt der Käfer mit seinem Kinde.

Er vermehrt sich hier in Massen,

weshalb Profitler ihn sehr hassen.

Stirbt jetzt der Wald -

der ganze Harz?

Mitnichten,

es weichen nur die Fichten!

Einst hat der Mensch sie hergebracht,

nachdem der Laubwald abgehackt.

Er brauchte Holz zum Bau'n und Richten,

da pflanzte er - Ihr ahnt es - Fichten.

Die Fichte mag es feucht und kühl,

der Klimawandel ist ihr zu viel.

Sie kränkelt, ist es warm und trocken.

Da bleibt der Käfer nicht lang' hocken.

Er kommt geflogen, schnell angehuscht

und regelt, was der Mensch verpfuscht.

Wer hier steht an falscher Stelle,

wird aufgefressen auf die Schnelle.

Hierher gehören Buchen, Erlen, Eichen, ...

da muss die Fichte eben weichen!

Das kann den Förster noch so prickeln,

der Harzwald wird sich selbst entwickeln!

Walter Wimmer, NABU-Regionalgeschäftsstelle Südostniedersachen-Harz, September 2008