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Gebäudepass: Hausbesitzer in Salzgitter sollten jetzt sanieren

Tritt auf die Nebenkosten-Bremse: Wohnhäuser bekommen Ausweise

Passkontrolle für Mietshäuser in Salzgitter: Am kommenden Montag [Hinweis an die Redaktion: 1. Oktober 2007] fällt der Startschuss für den neuen Gebäude-Energieausweis. Mieter sollen so in Zukunft auf einen Blick Energieschleudern entlarven - und damit noch vor Abschluss eines Mietvertrages auf die Nebenkostenbremse treten können. "Für Hausbesitzer in Salzgitter läuft damit der Countdown: Noch haben sie Zeit, ihre Gebäude zu sanieren und in Schuss zu bringen. Mit dem Energieausweis bekommen sie dann die Wertsteigerung ihrer Immobilie schwarz auf weiß", so Andreas Nehrig von der IG BAU Braunschweig-Goslar.

Der Gewerkschafter hofft, dass der Gebäudeausweis in Salzgitter einen Sanierungs-Boom auslöst - und damit dem heimischen Handwerk einen Schub verschafft. "Hausbesitzer sollten die Gelegenheit nutzen: Gerade bei Altbauten können die Energiekosten durch eine Sanierung kräftig gedrückt werden", sagt Nehrig. Jeder Mieter könne in Zukunft mit einer kurzen ‚Passkontrolle' die Nebenkosten abschätzen. "Energiefresser sind da nur noch schwer an den Mann zu bringen. Wer sein Haus saniert, ist auf dem Mietmarkt klar im Vorteil", so Nehrig.

Ab kommendem Juli ist der Gebäudepass für Häuser bis zum Baujahr 1965 Pflicht, wenn diese verkauft oder vermietet werden sollen. Bis 2009 müssen Besitzer jüngerer Immobilien dann nachziehen. Das gehe aus der überarbeiteten Energiesparverordnung hervor, die am Montag in Kraft trete, so der IG BAU-Bezirksverbandsvorsitzende Nehrig.

Der Gewerkschafter appelliert an die Hausbesitzer in Salzgitter, sich beim Energiepass für einen so genannten Bedarfsausweis zu entscheiden. "Vom Dachstuhl bis zur Heizung im Keller - beim Bedarfsausweis wird das Gebäude in Sachen Energie auf Herz und Nieren geprüft", erklärt Nehrig. Die Ausweis-Variante, die lediglich auf dem Energieverbrauch der letzten drei Jahre basiert, sei weniger aussagekräftig. "Vielleicht waren die Vormieter nur während der Wochenenden zu Hausen - und schon wird auf dem Papier der zugigste Altbau zum Energiesparhaus", so Nehrig. Mietern empfiehlt er, von Wohnungen mit solchen Energieausweisen möglichst die Finger zu lassen. "Ansonsten mietet man sozusagen die Katze im Sack - und kann sich im schlimmsten Fall auf einen kräftigen Nebenkostenschock gefasst machen", sagt Nehrig.