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Naturschutzbund Deutschland
NABU - Gruppe
Harzvorland e.V.
Helmut Weiß
Dannhäuser Anger 10
37581 Bad Gandersheim

Offener Brief

An
E.ON Netz GmbH
Systemtechnik Leitungen
Bernecker Straße 70
95448 Bayreuth

Betr.: 380kV-Freileitungstrasse Wahle-Mecklar

NABU Harzvorland fordert ausschließlich eine Erdverkabelung

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die E.ON Netz GmbH möchte die Hochspannungsfreileitung von Wahle in Niedersachsen nach Mecklar in Nordhessen als eine Freileitung mit Strommasten in einer Höhe bis zu 80 Metern und Auslegern bis zu 40 Metern bauen. Hierzu liegen bis heute 7 Trassenvarianten vor. Der NABU Harzvorland sieht in allen bisher bekannten 7 verschiedenen Trassenvarianten, als Freileitung, einen sehr starken Eingriff in die Natur und Umwelt aber auch einen ebenso starken Eingriff in das eigene persönliche Wohlergehen / Verhältnis.

Die Trassenvarianten führen durch:

a. §28a Besonders schützenswerte Biotope

b. §26 Landschaftsschutzgebiete

c. FFH Gebiete

d. Europäische Vogelschutz- und Rastgebiete

e. Gebiete die mit Millionen Landes und EU - Geldern finanziert und wieder in ein naturverträgliches Biotop geführt wurden.

An das persönliche Wohlergehen der Menschen die an diesen Trassen wohnen und leben wird von der E.ON auch nicht gedacht, denn ansonsten hätten sie die Trasse/n nicht über:

  1. bebaute Gebiete geplant.
  2. es wird nicht überall eine Sicherheitszone von 500m zu bebautem Gebiet eingehalten.

Eigenheimbesitzer müssen mit einem drastischen Preisverfall beim Verkauf ihrer Immobilie rechnen, wenn sie die Immobilie überhaupt verkauft bekommen, weil keiner mehr unter oder neben einer 380.000 Volt Hochspannungsleitung bestrahlt und somit wohnen möchte.

Die Gesundheit eines jeden einzelnen, ihrer Kunden, sollte doch vorgehen - oder?

Kommt die E.ON Netz GmbH für

die finanziellen Verluste der Bürger, ihrer Kunden, denn auf?

Wir fordern die E.ON Netz GmbH auf:

  1. Die Freileitung auf keiner Trassenvariante weiter zu verfolgen.
  2. Als Leitung einzig und allein, ein Erdkabel zu benutzen, ohne wenn und aber. Da diese Leitung fast keine Strahlung verzeichnet, eine bedeutend längere Haltbarkeit hat, durch diese Leitung auch noch größere Volt -Spannungen transportiert werden können, sowie die Folgekosten des Erdkabels sehr gering gegenüber Freileitungen sind kann nur ein Erdkabel verbaut werden. Diese Leitung ist nach EU Kommission schon jetzt Standard.
  3. Beantragen Sie diese Leitung als eine Erdverkabelung, dann können Sie bereits damit rechnen nach 1,5 bis 2Jahren Planung, vielleicht sogar früher, mit dem Bau dieser Leitung beginnen zu können und damit Geld zu verdienen. Bei der Freileitung wird die Planung sicherlich bis zu 8 Jahre, vielleicht sogar 10 oder 12 Jahre dauern.

In der Differenz dieser Zeit der Planung verdient man kein Geld!

Ihr Argument, eine Erdverlegung sei zu teuer, wirkt dagegen wie Hohn. Erstens wird diese Tatsache von Wissenschaftlern bestritten - vor allem wenn man die gesamte Laufzeit der Anlage mit einbezieht - und zweitens muss man den volkswirtschaftlichen Schaden für die Betroffenen, die Gesundheit der Bürger/Anrainer, die Landschafts- und Umweltzerstörung dagegen halten.

Mit besten Grüßen

Helmut Weiß

1.Vorsitzender NABU Harzvorland

Ansprechpartner: Helmut Weiß