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Salzgitter-aktuell : Ichthyosaurier kehrt zurück


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Eine Rarität der Erdgeschichte kehrt zurück: das am vollständigsten erhaltene Skelett eines Ichthyosauriers der Gattung Platypterygius weltweit bekommt ab Donnerstag, 12. Dezember, wieder seinen Platz in Salzgitter. Der vor rund 120 Millionen Jahren in der Jura- und Unterkreidezeit lebende Fischfresser ist Star der neuen Abteilung Geologie im Städtischen Museum Schloss Salder, die um 19 Uhr durch Oberbürgermeister Helmut Knebel eröffnet wird. Das Tier hatte zu Lebzeiten eine Körperlänge von rund sechs Metern.
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Der Ichthyosaurier war Ende 1940 im ehemaligen Erzschacht Georg bei Salzgitter-Gitter rund 100 Meter unter Tage als Skelett mit einer Länge von 4,65 Metern gefunden worden. Der damaligen Chefgeologe der Reichswerke, Prof. Dr. Johannes Weigelt, der aus Halle stammte, überließ es dem Museum der Universität der Saale-Stadt. Die Existenz des Skeletts blieb zwar in Salzgitter bekannt, jedoch bestand in der Phase der deutschen Teilung keine Chance auf eine Rückgabe.
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Vor zwei Jahren reisten der Leiter des Kulturamtes, Dr. Jörg Leuschner, und der des Städtischen Museums Schloss Salder, Dr. Broder-Heinrich Christiansen, nach Halle, um mit Prof. Dr. Hartmut Haubold, dem Chef des Universitäts-Museums, Gespräche über Zukunft und Verbleib des Fundes zu führen. Ergebnis: zur Übergabe der neuen Abteilung Geologie wird ein in Salzgitter verbleibendes Modell des Ichthyosauriers und das Original in einer Vitrine zu sehen sein. Dort befindet er sich in bester Gesellschaft, denn weitere überregional bedeutsame Funde sind unter anderem die von einem eiszeitlichen Jägerlager sowie Reste von Mammut, Wisent, Auerochs, Wollnashorn und Rentier, die beim Bau des Salzgittersees entdeckt wurden.
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Die Ichthyosaurier waren die am stärksten an das Wasserleben der Meere des Erdmittelalters angepassten Saurier. Sie sind ab der Untertrias nachgewiesen. Ihr Name rührt von ihrer fischähnlichen Gestalt her. Der Kopf sitzt mit seiner langen spitzen Schauze auf einem spindelförmigen Körper, der in einer halbmondförmigen Schwanzflosse endete, wie sie heute von schnell schwimmenden Haien, Knochenfischen und Delphinen bekannt ist. Die Beine der Ichthyosaurier waren vollständig in Flossen umgebildet. Ihre Struktur und das gesamte Skelett zeigen deutlich, dass Ichthyosaurier nicht mehr zum Landgang fähig waren. Die Jungen wurden lebend im Wasser geboren.
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Die Tiere gab es von Delphin- bis Walgröße. Kleinste Formen waren nicht viel länger als ein Meter, die größten deutlich über 20 Meter, wie ein über vier Meter langer Schädel aus der Obertrias von Kanada belegt. Die Nahrung bestand bei den kleineren Ichthyosauriern aus Fischen und Tintenfischen. Die größeren Formen wie der Platypterygius aus Salzgitter lebten wohl räuberisch und stellten kleineren Meeressauriern nach. Im unteren Jura nahm die Vielfalt der Ichthyosaurier ab, bis in der Kreide nur noch Platypterygius vorkam. Sie starb in der frühesten Oberkreide ohne Nachkommen aus.


Salzgitter-aktuell,
9.Dezember 2002,P.K.